September 2009 Pionierprojekt KamtschatkaWWF und Gottfried Friedrichs setzen Engagement für den Aufbau einer nachhaltigen Fischerei fort
Um den Aufbau einer nachhaltigen Fischerei auf Kamtschatka zu fördern, engagieren sich der WWF und die Erste Hanseatische Feinfisch-Manufactur Gottfried Friedrichs bereits seit fast zwei Jahren in einem Pionierprojekt. Nach Ablauf der ersten Projektphase wurde jetzt eine Fortsetzung der gemeinsamen Initiative beschlossen, um eines der größten Lachsvorkommen weltweit zu sichern.
Im vergangenen Jahr konnten bereits kleine Erfolge erzielt werden. So hat Gottfried Friedrichs im Mai 2008 den ersten ausgewiesenen Kamtschatka-Wildlachs in Deutschland auf den Markt gebracht. Als Abnehmer der Rohware kann das Hamburger Familienunternehmen Einfluss nehmen auf die Bereitschaft der Fischereien, sich nachhaltig auszurichten. Auf diese Weise unterstützt Gottfried Friedrichs eine MSC-Zertifizierung auf Kamtschatka zusätzlich zu der finanziellen Förderung, die die Firma leistet. Darüber hinaus gingen drei Fischereien in ein MSC-pre-assessment, weitere Fischereien hatten ihre Bereitschaft signalisiert.
Aufgrund von politischen Veränderungen vor Ort sieht sich das Projekt zur Zeit neuen Herausforderungen gegenüber gestellt: Ein Wechsel im Amt des Fischereiministers sowie die Neuvergabe der Fischerei-Lizenzen und dadurch eine Reduzierung der Fischereien von 120 auf 50 schaffen veränderte Voraussetzungen für die Aufbauarbeit. So hat z.B. eine der Fischereien, die bereits ein MSC-pre-assessment durchgeführt hat, ihr Fanggebiet verloren und es ist unklar, ob die Fischerei bereit ist, mit ihrem neuen Fanggebiet diesen Prozess erneut zu durchlaufen.
Kathrin Runge, Marketingleiterin von Gottfried Friedrichs, einem der Qualitätsführer im Bereich hochwertiger Feinfisch-Delikatessen und Vorreiter für nachhaltige Fischerei, bekräftigt jedoch noch einmal ihr Engagement: „Wir hoffen trotz dieser neuen Voraussetzungen langfristig gezielte Anreize in Richtung einer nachhaltigen Fischerei zu setzen und eine MSC-Zertifizierung zu erreichen.“ Auch Tatjana Gerling vom WWF betont: „Es muss noch viel Überzeugungsarbeit geleistet werden. Der WWF geht davon aus, dass ein erfolgreiches Zertifizierungsverfahren etwa noch zwei bis drei Jahre dauern wird. Vor allem die Nachfrage nach Rohware aus nachhaltiger Fischerei von Seiten der Industrie wird dabei eine wichtige Rolle spielen.“
Engagement für den Aufbau einer nachhaltigen Fischerei in Partnerschaft mit dem WWF